Schloßstraße 1-3

Potsdam

Im Zuge der Neugestaltung der Potsdamer Mitte unter Friedrich II. wurden die drei Bürgerhäuser Schlossstraße 1-3 durch Johann Boumann mit einer neuen gemeinschaftlichen Fassade zu einem repräsentativen Stadtpalais zusammengefasst. Auf dieser Parzelle wird nun neben der rekonstruierten knobelsdorffschen Fassade des östlichen Nachbarn ein großzügiger Neubau errichtet, der ähnlich seinem Vorbild, einen ruhigen und zurückhaltenden Ausdruck sucht. An die Stelle der ursprünglich 15 Achsen tritt heute eine rhythmisierte 13-achsige Ordnung, die hinsichtlich möglicher Zuordnungen ihrer Symmetrien mehrdeutig bleibt: ähnlich, wie schon in der Boumannschen Fassung können um die drei Eingänge verschiedene Gruppierungen als einzelne Häuser gelesen werden.

Das Erdgeschoss ist in Betonfertigteilen gegliedert und nimmt Bezug auf die Sockelzone des Hauses am Alten Markt 17 und der feineren Fassade der Schlossstraße 4. Horizontale Fensterelemente und die Absetzung des Fenstersturzes über den Erdgeschossfenstern nehmen differenziert Bezüge der Nachbarn auf und vermitteln zwischen den ungleichen Nachbarn. Ein niedriger Dachaufbau ‚zentriert’ das Haus und übernimmt so die Rolle des Segmentbogen-Frontons in der barocken Fassung.

Im Vorderhaus werden drei gewerbliche Nutzflächen unterschiedlicher Größe angeboten. Das überhöhte Erdgeschoss erlaubt es allen drei Einheiten eine Galerieebene einzuführen, die durch eine interne Treppe erschlossen wird. Den 14 Wohnungen in den Obergeschossen werden großzügige Durchblicke von der Straße zum Hof ermöglicht. Ein kleines Atelier- und Wohnhaus im Hof mit zwei direkt vom Hof aus zugänglichen Einheiten ergänzt das Angebot.

 

 

Bauherr: Potsdamer Wohnungsgenossenschaft 1956 eG
Gutachterverfahren, zur Realisierung ausgewähltes Projekt
Neubau eines städtischen Hauses auf einer historischen Grundstücksparzelle in der Mitte Potsdams
Mitarbeit: T. Kublashvili, S. Brendel
Visualisierungen: ponnie images, Aachen